Handeln Sie nur in Hochform, Trading-Regel Nummer 4

29 9 2014 - Kein kommentar
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Das Trading ist die schwierigste und anspruchvollste Tätigkeit, die ich je praktiziert habe. Ich bin trotzdem in der Welt als Informatikingenieur, Ausbilder für Erwachsene, Lehrkraft an College und Universität herumgekommen, außerdem nebenbei in geistig weniger anspruchsvollen Berufen wie Landarbeiter, Marktverkäufer usw. … Keine meiner vorhergehenden Erfahrungen hat mir einen Grad an Anstrengung wie der Beruf des Traders abverlangt.

Das Trading ist eine geistig aufreibende Tätigkeit

Nach einem Trading-Tag von 10.00h bis 12.00h bin ich generell geistig erschöpft. Ich praktiziere Scalping, ein Trading-Typ, der eine intensive Konzentration und eine schnelle Reaktionsfähigkeit verlangt. Ich kann mich zwei lange Minuten mit dem Finger auf dem Abzug (den Trackball) konzentrieren, praktisch im Atemstillstand, um den bestmöglichen Einstieg zu finden. Ich überwache in Echtzeit 4 Indexe (Dow Jones, S&P 500, Cac 40 und Dax 30) in verschiedenen Zeiteinheiten. Ich muss daher permanent zwanzig Grafiken genau nachverfolgen und die gemeinsamen Unterstützungs- und Widerstandsbereiche analysieren. Dies erfordert eine sehr ausgefeilte geistige Gymnastik, und nach einem intensiven Trading-Tag bin ich einfach „leer“, und mein Gehirn ist vollkommen empfänglich für eine Reality-TV-Sendung.

Das Trading ist eine stressvolle Aktivität

Jenseits der geistigen Ermüdung ist das Trading eine äußert stressvolle Tätigkeit, da wir permanent unsere eigenen, in Echtzeit ergriffenen Entscheidungen prüfen müssen. Das Trading lügt nicht, entweder man ist gut oder nicht. Der ganze Charme dieser Tätigkeit besteht darin, dass wir selbst für unsere Handlungen vollständig verantwortlich sind, und jede unserer Entscheidungen übt einen direkten Einfluss auf unser Kapital aus. Falls man beim Trading scheitert, ist die Situation schwer zu ertragen, manche können psychologisch zusammenbrechen, oder sie finden irgendeinen Sündenbock (den Broker, Ben Bernanke, Mario Draghi, Goldman Sachs… das Imaginationsvermögen des Menschen hat mich in diesen Fällen stets beeindruckt), um sich ein unversehrtes Ego zu bewahren. Ein großer Teil des Stresses folgt aus dieser psychologischen Tatsache. Die Trader haben zu sehr die Neigung, ihr Kapital zu sein, sich mit ihm zu identifizieren, sich menschlich in Abhängigkeit ihrer Börsenergebnisse zu „bewerten“. Trader zu sein, dies bedeutet vor allem, die Frustration und seine eigenen Fehler zu akzeptieren…

Der Trader ist ein Spitzensportler

Um den Stress und die psychologische Erschöpfung versuchsweise einzuschränken und daher die Zeit durchzuhalten, sollte man nicht zögern, sich als ein Spitzensportler zu betrachten. Alles muss daraufhin analysiert und rationalisiert werden, dass man sich angesichts der Finanzmärkte jeden Tag körperlich und mental in Höchstform befindet. Eine ruhige Arbeitsumgebung, die im Hinblick auf den körperlichen und visuellen Komfort optimiert wurde, erlaubt in einem bestimmten Ausmaß, die Ermüdung einzuschränken und die Konzentration zu schärfen. Ich zeige Ihnen ein Foto meines „Trading-Raums“, der nach meinen Bedürfnissen optimiert wurde.

 

Trading-Arbeitsplatz

Man muss aber darüber hinaus gelangen, um sich in der Zeit zu halten. Nachdem ich die 40 erreicht habe, verfüge ich nicht mehr über dieselbe Energie, als ich mit 25 handelte. Damals kam es vor, dass ich auf den europäischen und amerikanischen Märkten von 9.00h bis 22.00h handelte, 4 Stunden schlief, mich den asiatischen Märkten anschloß, erneut 2 Stunden schlief und einen neuen Zyklus begann. Dies wäre im Augenblick völlig utopisch. Ich habe gelernt, meine Kräfte zu schonen und im Verlauf des Tages auf mich zu hören. Ich mache daher einen süßen Nachmittagsimbiss zu fester Stunde, um mein Gehirn um 16.00h aufzufrischen, das beginnt, weniger „rundzulaufen“, obgleich der Tagesverlauf zu genau diesem Zeitpunkt der dichteste an Informationen und generell wegen der ersten Bewegungen auf den amerikanischen Märkten der nervöseste ist. Als ein Sportler dieser Art vermeide ich die Hypoglycämie (Unterzuckerung), und ich versorge regelmäßig mein Arbeitswerkzeug, das Gehirn (erinnern wir uns daran, dass das Gehirn während der Ruhezeit bereits 60% der Glukose des Organismus mobilisiert… so dass der Zuckerspiegel für den Trader wesentlich erhöht werden muss).

 

Seine Psychologie und die körperliche Form haben für den Trader ersten Rang

Seine körperliche Form und sein psychologischer Zustand sind die beiden determinativen Elemente beim Trading. Sie sind ebenso wichtig wie sein Kapital, seine Trading-„Methode“… In der Tat, wenn ich übermüdet bin, dann handele ich schlecht – völlig indiskutabel, ich habe die Tendenz, zu früh zu den Märkten zurückzukehren, ich bin ungeduldig, ich riskiere mich aufzuregen (meine Reizbarriere ist leichter abgetaucht), ich analysiere die Situation weniger gut…und am Ende verliere ich Geld. Es gibt eine direkte Beziehung zwischen meinem emotionalen Zustand, meinem Müdigkeitsgrad und meinen Resultaten beim Trading. Daher handele ich weniger am Freitag, die Ermüdung der Nerven, die sich über die Woche verstärkt, macht mich weniger bereit für ein effizientes Traden. Wenn ich dies nicht berücksichtigte, würde der Freitag statistisch 40% meiner Verlusttage repräsentieren. Indem ich am Freitag praktisch nicht mehr handele, sind meine jährlichen Gewinne beträchtlicher als zuvor, und ich bin weniger müde.

Jeden Morgen führe ich daher mein persönliches Check-up durch, ganz ebenso wie der Radfahrer sein Velo prüft. Müde? OK. Stimmung? OK. Ich kann handeln. Im gegenteiligen Fall lasse ich das Trading sein, ich erhole mich, mache eine Pause und versuche, den Druck abzubauen. Dies ist eine schwierige Selbstdisziplin, denn generell liebt man das Trading, es gibt eine bestimmte Abhängigkeit, man hat Lust, „vor Ort zu sein“… Es ist aber die vernünftigste Sache, die man tun kann, in sein eigenes Humankapital zu investieren, darauf zu hören, sich zu erholen, um sein Geldvermögen zu erhalten. Dies sollte bei jedem Trader die Basis seines Money Managements sein.

Wenn man sich ernsthaft entscheidet, ein Trader zu werden, dann kann dies das Leben radikal verändern. Persönlich hat mir das Trading die Möglichkeit verschafft, mich psychologisch zu ergründen, und es hat mich notgedrungen gezwungen, mich um eine bessere Ernährung und eine bessere Lebenshygiene zu kümmern, ein bisschen Sport zu treiben… selbst wenn dies noch weit davon entfernt ist, perfekt zu sein. Das Trading hat mir beigebracht, mein Humankapital zu lenken. Mein Körper und mein Geist sind meine Arbeitswerkzeuge. Man muss sie erhalten, da sie ebenso wichtig wie mein Kapital sind, das meine Betriebsmittel darstellt. Die beiden sind innigst miteinander verknüpft.

Liste meiner persönlichen 8 Tradingregeln:

  1. Kein Geld verlieren, Trading-Regel Nummer eins

  2. Die Regel Nummer 1 noch einmal lesen, Trading-Regel Nummer 2

  3. Stets eine Rettungslösung zur Hand zu haben, Trading-Regel Nummer 3

  4. Handeln Sie nur in Hochform, Trading-Regel Nummer 4

  5. Denken Sie selbst, Trading-Regel Nummer 5

  6. Seine Verluste kontrollieren, Trading-Regel Nummer 6

  7. Sich nicht zwingen zu handeln, Trading-Regel Nummer 7

Handeln Sie nur in Hochform, Trading-Regel Nummer 4
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