Sich nicht zwingen zu handeln, Trading-Regel Nummer 7

29 9 2014 - Kein kommentar
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Einer der geläufigsten Fehler, der die jungen Trader, ja sogar die erfahrendsten Trader betrifft, besteht darin, dass sie zu oft oder konstant auf dem Markt sind. Sie verschenken dort ihre Energie, verlieren an Hellsichtigkeit, und am Ende sind sie viel weniger leistungsfähig.

Das Trading ist eine Abhängigkeit (wie alle anderen)

Bleiben wir bei der Wahrheit, das Trading kann wie bei den jungen pathologischen Spielern im Kasino, beim Pferderennen, beim Online-Glücksspiel rasch eine Sucht werden… Wir können leicht zu Drogenabhängigen des Trading werden. Ich sehe mich noch jeden Tag von 18h bis 20h beim Traden, um meine sogenannte „Tour du Monde“ durchzuführen: Von 8h bis 22h auf den europäischen und amerikanischen Future-Märkten, einige Stunden schlafen und danach beim Kopsi in Südkorea einsteigen. Und dasselbe an 5 von 7 Tagen, um danach zusammenzufallen und das Wochenende über zu schlafen, wobei man an die Wiedereröffnung der Märkte am Montag denkt.

Als eine derartige Droge kann uns das Trading abhängig machen, da es uns sehr lebendige und kontrastreiche Emotionen vermittelt, die Freude und die Angst, die Begierde und mittendrin den Adrenalinschub. Das „normale“ Leben erscheint uns einigermaßen fade, ohne Geschmack im Verhältnis zu dem, was uns das Trading erleben (und manchmal erleiden) lässt. Man fühlt sich „lebendig“, wenn die Order erteilt ist. Viele Trader sind nicht bis in die Extreme gegangen wie ich es vermochte, indem ich mehr als 120 Stunden pro Woche mit manchmal mehr als 1000 Lots auf Futures pro Tag handelte. Aber man findet bei praktisch allen Tradern dieses Bedürfnis, „auf den Märkten zu sein“, um etwas zu erleben. Unser Alltagleben ist manchmal dermaßen banal, dass sich das Trading als ein Sicherheitsventil entpuppt, als ein „Traum“ und der Nervenkitzel, voll und ganz zu leben.

Das Trading genießt sozial eine höhere Akzeptanz als der Drogenabhängige, aber letztendlich ist die Abhängigkeit dieselbe, ein psychologisches Problem, eine narzisstische Schwachstelle, ein künstlich von den Märkten verdeckter Fehler. Wenn Sie sich in dieser Lage befinden, ist die psychologische Arbeit unerlässlich, um zu verstehen, woher diese Störung stammt, und dahin gelangen, sie zu beherrschen. Damit ich Sie motivieren kann, diesen Ansatz anzunehmen, denke ich, dass die psychologische Arbeit die effizienteste war, damit ich Trader auf eigene Rechnung werden und komfortabel von meinem Trading leben konnte. Arbeiten Sie mehr an sich selbst als an Ihren Indikatoren, die Rendite wird deutlich höher liegen. Investieren Sie in sich selbst, und die Auswirkungen werden unendlich höher als Ihre Erwartungen sein. Dies berührt sogar Ihre Persönlichkeit und Ihre Beziehung zu den andern.

Nicht positioniert sein ist bereits eine Auftragserteilung

Viele Trader, die Bedarf nach Ihrem Schuss Adrenalin haben, zwingen sich unbewusst, auf den Märkten zu sein. Dies sind die impulsiven Trades, die man aus Langeweile, durch mangelnde Information erteilt… Sie sind generell am katastrophalsten, die Ihre Tagesgewinne ruinieren werden.

Man muss diese Tatsache akzeptieren: Keinen Auftrag erteilt zu haben ist bereits eine Trading-Handlung. Man wartet auf eine Gelegenheit, man zeichnet die Kräfte nach, man überlegt, man analysiert die Kräfte des Marktes. Die Entscheidung, nicht auf die Märkte zurückzukehren, da der Trend uns nichts sagt, ist eine effiziente, wesentliche, für das Überleben Ihrer Gewinne bedeutsame Trading-Handlung. Oft erzwingen die Amateure ihr Trading, und dies führt zu Katastrophen.

Die Differenz zwischen einem Amateur und einem Trader auf eigene Rechnung

Es gibt eine fundamentale Lücke zwischen einem „Börsenspekulant“ oder Börsenamateur und einem Trader auf eigene Rechnung. Der erste kann die großen Coups versuchen, sich vergnügen, er hat generell einen Beruf und ein regelmäßiges Gehalt, während der zweite jeden Tag auf sein materielles Überleben setzt. Machen wir uns nichts vor, das Trading ist das einzige Metier, wo man sich um 24h nach Positionen mit einem zu großen Hebel, die von garantierten Stop-Ordern oder Deckungsoptionen zu schlecht geschützt wurden, auf der Straße wiederfinden kann. Ein Fußballspieler kann ein schlechtes Match spielen, einem Bäcker der Brotteig missraten.. ohne dass ihr Leben deshalb zugrundegeht. Ein professioneller Trader kann von einem Tag auf den andern alles verlieren. Dies ist eine Unsicherheit und gleichzeitig hat es eine berauschende Seite, dass man in einem solchen Ausmaß der Herr über das eigene Schicksal ist.

Ich verspüre beständig diesen Graben auf meinem Trading-Blog. Ich veröffentliche dort jeden Tag meine täglichen Ergebnisse mit den Kontoauszügen und der Analyse einiger Trades, um einen sicheren pädagogischen Inhalt zum realen und nicht zum schulmäßigen Trading beizutragen. Dort ist die Kluft zwischen der Theorie und täglichen Praxis des Trading stark zu spüren. Kurzum, bei einem großen Teil der Trader handelt es sich um Amateure, die nur einige Stunden pro Tag aufs Geratewohl handeln. Sie wollen mit viel mehr Positionen einsteigen, um die Tatsache zu kompensieren, dass sie nicht soviel anwesend sein können, wie sie eigentlich wollten, und sie möchten die Maschine gerne bis zum Maximum aufdrehen, und öfters explodiert sie im vollen Flug.

Ich werde oft von denselben Fragen bedrängt: Warum erteilst du nicht mehr Lots, warum handelst du nicht am Freitagnachmittag… ? Ganz einfach weil ein Trader auf eigene Rechnung nicht danach sucht, den „großen Wurf“ zu machen, noch sein Kapital um jeden Preis vermehren will. Er sucht vor allem die Regelmäßigkeit, um aus seinem Kapital jeden Monat das zu entnehmen, von dem er leben kann. Ich betrachte mein Börsenkapital daher als ein Umlaufvermögen, als eine Leibrente. Die Tatsache, dass ich die Seite vom Amateur zum Trader auf eigene Rechnung wechselte, hat außerdem meine Ansicht über das Trading stark verändert. Ich suche nur nach den Einstiegsmöglichkeiten mit schwachem Risiko für mein Scalping, da ich beständig auf den Märkten bin, und ich kann mich dort solange aufhalten, wie dies meine Abhängigkeit verlangt. Der Amateur handelt in den wenigen Stunden, die er dem Trading durch die Kompensation und auch Frustration widmen kann, dass er eine bestimmte Bewegung auf den Märkten verpasst hat, da er Kunden einen Besuch abstatten oder an einer Sitzung ohne eigenes Interesse teilnehmen musste…

Weniger handeln, um dabei mehr zu gewinnen

Letztendlich misst sich die Qualität Ihres Trading an dem Lebensniveau, das Ihnen mit seiner Hilfe möglich wird, aber auch an der Lebensqualität, die es Ihnen verschafft. Ich empfehle den Amateuren, trotz all der Frustration, dass sie Gelegenheiten wegen ihres Berufslebens eventuell verpasst haben, nicht übermäßig zu handeln. Ich war 10 Jahre lang ein Lehrer, ich kenne diese Frustration gut… die Treffen mit den Eltern der Kinder, während der Index von Michigan (der damals die Märkte erschütterte) zu fallen begann… wahrhaftig eine Marter…

Versuchen Sie zu handeln, als ob Sie bereits ein Trader auf eigene Rechnung wären, und erteilen Sie nur „schöne“ Order. Sollten Sie an einem Abend nicht auf dem Markt sein, dann ist dies nicht so schlimm, es gibt andere Abende. Wenn Sie weniger handeln, weniger impulsiv und weniger aus dem Gefühl der Frustration heraus, dann werden Sie letztendlich mehr gewinnen. Und wenn ihr Traum ist, ein Trader auf eigene Rechnung zu werden, Sie werden sich ihm rascher nähern, und Ihr Umlaufvermögen wird regelmäßig und sicher zunehmen.

Liste meiner persönlichen 8 Tradingregeln:

  1. Kein Geld verlieren, Trading-Regel Nummer eins

  2. Die Regel Nummer 1 noch einmal lesen, Trading-Regel Nummer 2

  3. Stets eine Rettungslösung zur Hand zu haben, Trading-Regel Nummer 3

  4. Handeln Sie nur in Hochform, Trading-Regel Nummer 4

  5. Denken Sie selbst, Trading-Regel Nummer 5

  6. Seine Verluste kontrollieren, Trading-Regel Nummer 6

  7. Sich nicht zwingen zu handeln, Trading-Regel Nummer 7

Sich nicht zwingen zu handeln, Trading-Regel Nummer 7
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