Börse: Warum KI die Märkte nicht mehr antreibt (und meine Schlüsselniveaus)
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Börse: Warum KI die Märkte nicht mehr antreibt (und meine Schlüsselniveaus)
Willkommen an alle zu diesem Marktüberblick. Ehrlich gesagt ist die aktuelle Situation ziemlich speziell: Wir langweilen uns ein wenig, oder? Seit zwei Monaten treten die US-Indizes auf der Stelle. Wir stecken in einer sogenannten „Range“ fest, das heißt, die Kurse bewegen sich zwischen zwei Grenzen, ohne eine klare Richtung einzuschlagen.
Trotz der Aufregung um die künstliche Intelligenz stagniert die Wirtschaft. Sie fragen sich sicher, warum der Nasdaq nicht abhebt, obwohl KI überall ist? Das ist das Paradoxon, das ich Ihnen erklären werde, bevor ich Ihnen meine genauen Niveaus für das Trading dieser Situation nenne.
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1. Die finanzielle Wahrheit hinter der KI
Meiner Meinung nach müssen wir der Realität der Zahlen ins Auge sehen. Man erzählt uns von einer ultradynamischen Revolution, aber die Aktienmärkte stagnieren. Das Problem ist strukturell:
- Die Kosten sind gigantisch: Modelle wie ChatGPT laufen zu lassen, kostet ein Vermögen an Serverkapazitäten. Vorerst verlieren diese Unternehmen Milliarden.
- Die Rentabilität lässt auf sich warten: Es ist zwar ein außergewöhnliches Modell, aber noch nicht profitabel. Man muss massiv Kredite aufnehmen, um nächstes Jahr nicht unterzugehen.
- Die Konzentrationsphase: Wie beim Automobil zu Beginn des letzten Jahrhunderts (wir gingen von 90 Herstellern auf eine Handvoll zurück), werden viele KI-Akteure verschwinden oder aufgekauft werden.
Kurz gesagt, es ist genial, aber es ist noch keine Gelddruckmaschine für Investoren. Deshalb tritt der Tech-Sektor auf der Stelle.
2. US-Märkte: Wie man die „Range“ spielt
Rein tradingtechnisch bietet uns diese Stagnation eine recht gut lesbare, wenn auch mühsame Strategie. Beim Nasdaq und S&P 500 ist das Szenario identisch.
- Der Kontext: Wir schwanken seit zwei Monaten. Sobald Donald Trump sich aufregt (geopolitische Drohungen), testen wir die Unterseite. Sobald er von Steuersenkungen spricht, steigen wir wieder.
- Meine Kaufzone: Ich beobachte aufmerksam das Niveau von 25.500 Punkten. Das ist ein wichtiger Pivot. Wenn wir dorthin zurückkehren, stehen viele Käufer bereit. Das ist ideal für einen kleinen „Scalp“ (einen schnellen Hin- und Rücktrade).
- Der Widerstand: Gegen 26.000 Punkte blockiert es systematisch. Es gibt eine Art gläserne Decke, die wir nicht durchbrechen können.
Beim Dow Jones ist es ähnlich. Nach einem schönen Schub im Dezember dank Investoren, die vor der zu teuren Tech geflohen sind, erreichen wir eine Sättigung.
3. Europa und der CAC 40 in Schwierigkeiten
Wenn Sie schlechte Laune haben, überspringen Sie diesen Absatz. Die Situation in Europa ist viel belastender als in den USA.
- Der DAX 40 (Deutschland): Er hält sich etwas besser, bleibt aber in einer bärischen Range gefangen. Solange wir das Hoch des Vormonats halten, bleibt eine kleine Hoffnung, aber es ist fragil.
- Der CAC 40 (Frankreich): Hier ist es der Absturz. Wir haben kürzlich 5% verloren und die symbolische Marke von 8.000 Punkten ist eine Zone intensiven Kampfes. Zwischen den Drohungen mit US-Zöllen auf unsere Weine und dem fehlenden politischen Dynamismus (Renten-Debatten vs. KI-Revolution) sind die Investoren zurückhaltend.
Konkret prallt der französische Index von seinen Tiefstständen ab, während Deutschland von seinen Höchstständen abprallt. Damit ist alles gesagt.
4. Sichere Häfen: Der Spagat
Schließlich hat die aktuelle Unsicherheit eine spektakuläre Divergenz zwischen zwei oft verglichenen Vermögenswerten geschaffen.
- Gold (Der wahre sichere Hafen): Es explodiert nach oben und jagt einen Rekord nach dem anderen. Das ist die klassische Reaktion auf Angst und geopolitische Spannungen. Wir haben seit Jahresbeginn fast 15% zugelegt.
- Bitcoin (Der falsche sichere Hafen?): Im Gegensatz zu Gold schützt Bitcoin derzeit nicht. Er ist auf dem tiefsten Stand seit 15 Tagen und leidet unter den Erschütterungen. Wenn Sie sofortige Sicherheit suchten, war dies in den letzten Wochen nicht das richtige Pferd.
Fazit
Zusammenfassend: Seien Sie vorsichtig. Wir befinden uns in „manischen“ Phasen, die von aktuellen Ereignissen und politischen Erklärungen diktiert werden. Der Markt wechselt zwischen Hyperaktivität und totaler Ruhe. Bevorzugen Sie in diesem Umfeld des Abwartens die Schlüsselniveaus (wie die 25.500 beim Nasdaq) und versuchen Sie nicht, einen Ausbruch zu antizipieren, der nicht kommt. Disziplin und Geduld stehen an erster Stelle.
Benoist Rousseau
Trader • CME Member • Economic History Specialist
Über den Autor
Benoist Rousseau ist Trader, Mitglied des Chicago Mercantile Exchange (CME) und des Chicago Board of Trade (CBOT), an der Sorbonne ausgebildeter Spezialist für Wirtschaftsgeschichte und Pädagoge.
In der Serie GOOD MORNING TRADING teilt er mit über 30 Jahren Markterfahrung jeden Morgen seine unabhängige Analyse der Finanzwelt.
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