SpaceX-Börsengang: Zwischen Traum und Realität, was Sie wissen müssen
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SpaceX-Börsengang: Zwischen Traum und Realität, was Sie wissen müssen
Ein Tag, der Geschichte schreiben wird: SpaceX, das Unternehmen von Elon Musk, geht an die Börse. Es ist die Rede vom größten Börsengang aller Zeiten, bei dem 75 Milliarden Dollar eingenommen wurden. Dieses Ereignis findet in einem extrem euphorischen Markt statt, auch wenn dieser kürzlich leicht nachgegeben hat. Aber Achtung, hinter der prächtigen Fassade gibt es wichtige Details zu verstehen. Ich schlage vor, dass wir gemeinsam analysieren, was sich wirklich hinter diesem Börsengang verbirgt und was die Märkte uns im Moment sagen.
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SpaceX: Ist die Braut wirklich so perfekt?
Wenn man sich das Angebot von SpaceX genauer ansieht, stellt man fest, dass man nicht nur SpaceX kauft. Elon Musk hatte eine ziemlich schlaue Idee, die mich ein wenig an das Prinzip der Subprime-Kredite erinnert. Im Grunde nimmt man ein Spitzenprodukt wie SpaceX, das profitabel ist und ein enormes Potenzial hat. Und daneben schiebt man andere, weit weniger glänzende Vermögenswerte, wie das soziale Netzwerk X, das komplett defizitär ist.
Das ist ein bisschen so, als ich mit 13 Jahren auf den Märkten arbeitete. Mein Chef sagte mir, ich solle die sehr schönen Pilze mit denen mischen, die etwas weniger frisch waren. Wir haben alles im Bündel verkauft. Genau das passiert hier. Man verkauft Ihnen den SpaceX-Traum, aber im Paket ist auch der „Ramsch“ enthalten.
Ein weiteres Zeichen, das uns alarmieren sollte, ist die Öffnung des Kapitals. Etwa 33 % der Aktien wurden Kleinanlegern zur Verfügung gestellt. Normalerweise sind es eher 10-15 %. Wenn sich die „großen“ Investoren nicht stärker darauf gestürzt haben, dann vielleicht, weil auch sie gespürt haben, dass sich ein paar faule Pilze im Korb befanden.
Die Reaktion der Märkte: verhaltener Optimismus
Diese Woche ist auch von den Ankündigungen Donald Trumps über ein mögliches Friedensabkommen mit dem Iran geprägt. Logischerweise haben die Märkte positiv reagiert. Wir haben gesehen, wie der Nasdaq in wenigen Sekunden 300 bis 400 Punkte zugelegt hat. Das ist eine schöne Beschleunigung, ganz sicher.
Allerdings sollte man sich nicht zu sehr begeistern lassen. Wäre der Frieden wirklich unterzeichnet und sicher, hätte der Markt nicht abrupt an technischen Niveaus wie dem monatlichen Pivot-Punkt haltgemacht. Die Rallye wurde ziemlich schnell gedämpft. Warum? Weil es nicht das erste Mal ist, dass Trump Frieden verkündet, und die Anleger werden misstrauisch. Man spürt, dass die Verhandlungen vorankommen, aber man wartet auf Konkretes. Die Märkte sagen uns: „Wir glauben daran, aber nur zur Hälfte.“
Was sagen uns Gold und Öl?
Die Analyse der Rohstoffe ist im Moment super interessant. Einerseits fällt der Preis für ein Barrel Öl, was logisch ist. Wenn sich der Frieden in einer so strategischen Region bestätigt, verschwindet die spekulative Risikoprämie, die auf 10 bis 20 Dollar geschätzt wird. Wir könnten auf ein Niveau von 70-75 Dollar zurückkehren, was ich das „Gentleman's Agreement“ nenne – ein Preis, der sowohl den Produzenten als auch den Verbrauchern passt.
Andererseits, und hier wird es faszinierend, steigt der Goldpreis, obwohl uns Frieden angekündigt wird. Normalerweise sollte er fallen. Dieser Anstieg erklärt sich durch eine Rotation der Besorgnis. Der Markt fürchtet nicht mehr so sehr den Iran-Konflikt, sondern beginnt, die Inflation zu fürchten, insbesondere nach den hervorragenden Arbeitsmarktdaten aus den USA. Gold wird wieder zu einem Schutz gegen dieses Risiko.
Ein Hauch von 1602: Der erste Börsengang der Geschichte
Diese Situation erinnert mich an den allerersten Börsengang der Geschichte. Das war vor 424 Jahren, 1602 in Amsterdam. Die Niederländische Ostindien-Kompanie öffnete ihr Kapital für jedermann, von der einfachen Magd bis zum König von England. Es gibt sogar Aufzeichnungen über eine Magd, Frau Cornélisse, die ihre Ersparnisse von 100 Gulden investierte.
Das Prinzip war das gleiche wie heute: Man verkaufte einen Traum von fernen Wegen und verheißungsvollen Horizonten, damals den Gewürzhandel. Aber das Risiko war enorm, denn jedes vierte Schiff kehrte nie zurück. Durch die Öffnung des Kapitals verteilten sie dieses Risiko auf alle.
Letztendlich hat sich in 424 Jahren nur die Art der Schiffe geändert. Wir sind von Galeonen zu Raketen übergegangen. Heute verkaufen wir keine Gewürze mehr, sondern das Versprechen einer Basis auf dem Mond und einer Kolonie auf dem Mars. Die Geschichte wiederholt sich, und das ist faszinierend.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Tag spannend ist, aber zur Vorsicht mahnt. Die Euphorie um SpaceX ist verständlich, aber man muss kritisch bleiben und genau hinschauen, was wirklich unter der Haube steckt. Die Märkte senden uns gemischte Signale, zwischen Friedenshoffnung und Inflationsangst. Der gesunde Menschenverstand gebietet, über das Wochenende keine offenen Positionen zu halten. Trading ist kein Casino. Bleiben Sie vorsichtig und haben Sie ein schönes Wochenende! Übrigens, wenn Ihnen diese Geschichts- und Wirtschaftsthemen gefallen, starte ich ab Montag neue YouTube-Kanäle. Die Links werde ich in die Kommentare stellen.
Independent Trader • CME & CBOT Member
Benoist Rousseau ist Trader, Mitglied der Chicago Mercantile Exchange (CME) und des Chicago Board of Trade (CBOT), an der Sorbonne ausgebildeter Spezialist für Wirtschaftsgeschichte und erfahrener Pädagoge. Mit über 30 Jahren Erfahrung in CME-Futures teilt er in der Serie TRADING Sitzungsanalysen, kommentierte Trade-Replays sowie Psychologie und Risikomanagement — ohne Signale, ohne Versprechen, rohes und ungefiltertes Trading.
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