Eine täuschende Börseneuphorie? Analyse des Rebounds und der Branchenrotation
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Eine täuschende Börseneuphorie? Analyse des Rebounds und der Branchenrotation
Wir haben uns in der Nacht einen gewaltigen Schrecken eingejagt, aber ehrlich gesagt, was folgte, gleicht einem fantastischen Aufstieg. Da ich seit über 30 Jahren Trader bin, bleibt die Beobachtung einer solchen Resilienz faszinierend: Nach einem nächtlichen Absturz machten die Indizes ihre Verluste wett, um symbolische Höchststände zu erreichen. Doch hinter dieser scheinbaren Euphorie muss man die Struktur der Bewegung verstehen, um sich nicht von der allgemeinen Stimmung täuschen zu lassen.
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Ein Rebound, der der Schwerkraft trotzt
Um es einfach zu machen: Die letzte Nacht war unruhig, aber das Erwachen war explosiv. Beim Nasdaq berührten wir mitten in der Nacht die 25.200 Punkte, bevor es in einer geraden Linie nach oben ging, um – logischerweise – am symbolischen Niveau von 26.000 Punkten zu stoppen. Das ist sauber, das ist technisch.
Derselbe Befund andernorts:
- Der S&P 500 ist wieder über die 7.000 Punkte gestiegen.
- Der Dow Jones hat in einer geraden Linie 1.000 Punkte zugelegt (ca. 2 %), und stieg von 48.600 auf über 49.600.
- In Europa holt der DAX 40 2 % auf und kitzelt die 25.000, während der CAC 40 an das obere Ende seiner gewohnten Range zurückkehrt.
Im Grunde genommen war es gestern fast unmöglich, Geld zu verlieren, wenn Sie auf der Käuferseite waren, so stark war der Aufwärtswille.
Warum diese plötzliche Euphorie?
Danke, dass Sie die Frage stellen, denn hier wird es interessant. Tatsächlich haben sich mehrere Faktoren zusammengefunden, um die Zweifel der letzten Woche auszuräumen:
- Die Künstliche Intelligenz beruhigt: Die Sorgen um die Rentabilität der KI haben sich verflüchtigt. Die Nachfrage ist da.
- Die Chiphersteller explodieren: SanDisk gewann 15 %, AMD 4 % und Micron über 5 %. Das ist ein starker Motor.
- Die Vorwegnahme der Ergebnisse: Giganten wie Alphabet (+1,68 %) und Amazon (+1,53 %) steigen schon vor ihren Veröffentlichungen, ein Zeichen für blindes Vertrauen der Investoren.
- Solide Makrodaten: Der US-Wirtschaft geht es gut, und die Unternehmensgewinne übertreffen die Erwartungen (11 % Wachstum gegenüber erwarteten 9 %).
Die Rotation hin zu den "kleinen" Kapitalisierungen
Es gibt jedoch eine entscheidende Nuance zu verstehen. Der Index, der alle übertrifft, ist nicht der Nasdaq, sondern der Russell 2000. Seit Jahresbeginn hat der S&P 500 2 % zugelegt, während der Russell um 6 % nach oben springt.
Die Investoren vernachlässigen ein wenig das obere Segment (die zu teuren Stars), um Wachstum bei bescheideneren Unternehmen zu suchen. Nun ja, wenn man in den USA von "bescheiden" spricht, redet man von Firmen, die eine Milliarde Dollar wert sind… bei uns wären das Marktführer! Aber diese Rotation beweist, dass die Fondsmanager eine starke Überzeugung bezüglich der globalen Gesundheit der US-Wirtschaft haben.
Die kalte Dusche: Gold, Bitcoin und Disney
Nicht alles ist deswegen rosig. Während Aktien boomen, leiden andere Vermögenswerte unter einer besorgniserregenden Trägheit.
Auf der Seite von Gold ist die Strafe gefallen, wie ich es nach seiner parabolischen Beschleunigung erwartet hatte: -20 % seit den Höchstständen. Hier haben wir einen kleinen Rebound von 5 %, aber lassen Sie uns klar sein, das ist rein technisch.
Beim Bitcoin ist es noch heikler. Er setzt seinen "Abstieg in die Hölle" fort, in extremis gerettet durch die Unterstützung bei 75.000 Dollar. Wir pendeln Richtung 78.000 - 79.000, aber technisch weckt das im Moment absolut keine Kauflust.
Ein kurzes Wort auch zu Disney: Trotz guter Ergebnisse enttäuscht der Titel aufgrund eines Rückgangs der Besucherzahlen in den internationalen Parks. Das zeigt: Auch Mickey ist nicht sicher.
Fazit
Insgesamt ist der Markt euphorisch, getragen von einer gesunden Rotation hin zu den Small Caps. Der Nasdaq hat übrigens gerade die 26.000 Punkte überschritten, während ich zu Ihnen spreche. Dieses Niveau wird nun zu einer wichtigen Unterstützung, die man für eventuelle Rebounds im Auge behalten sollte. Aber Vorsicht, nach einem so einfachen Tag wie gestern dürfte die Fortsetzung holpriger werden. Bewahren Sie Ihre Disziplin, das ist der einzige Schutzwall gegen die Volatilität.
Benoist Rousseau
Trader • CME Member • Economic History Specialist
Über den Autor
Benoist Rousseau ist Trader, Mitglied des Chicago Mercantile Exchange (CME) und des Chicago Board of Trade (CBOT), an der Sorbonne ausgebildeter Spezialist für Wirtschaftsgeschichte und Pädagoge.
In der Serie GOOD MORNING TRADING teilt er mit über 30 Jahren Markterfahrung jeden Morgen seine unabhängige Analyse der Finanzwelt.
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