Warum der Ölpreis explodiert und unsere Märkte abstürzen
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Warum der Ölpreis explodiert und unsere Märkte abstürzen
Der Ölpreis hat gerade über Nacht einen Preisanstieg von 30 % verzeichnet. Das gab es seit den Schocks von 1974 und 1979 nicht mehr! Tatsächlich trifft diese geopolitische Erschütterung unsere alltägliche Wirtschaft mit voller Wucht. Aus diesem Grund schlage ich vor, diese Börsenpanik ganz in Ruhe zu entschlüsseln. Wir werden sehen, wie wir unser Kapital schützen können, ohne vor den Bildschirmen in Stress zu geraten.
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Ein geopolitisches Umfeld unter Hochspannung
Die Eskalation im Nahen Osten hat iranische Ölinfrastrukturen schwer getroffen. Zwangsläufig sah man riesige schwarze Wolken über den großen Tanklagern aufsteigen. Normalerweise stand der Iran unter einem strengen Embargo. In Wirklichkeit verkaufte das Land jedoch 80 % seines Öls an China. Mit der aktuellen Blockade muss sich China nun schnell woanders eindecken. Das Ergebnis: Die reguläre Nachfrage schnellt plötzlich in die Höhe. Das ist der Funke, der die weltweiten Preise für das schwarze Gold sofort entfacht.
Die Spannung bei den alltäglichen Preisen steigt
Diese Situation sorgt für enorme wirtschaftliche Anspannung. Bei uns in Europa wird der Liter Benzin bald die 2-Euro-Marke überschreiten. Auch Diesel wird aufgrund unserer konjunkturellen Raffinerieprobleme drastisch teurer werden. Auf chinesischer Seite wird die Produktion für die Industrie unweigerlich kostspieliger. Kurz gesagt: Eine erhebliche Inflationswelle bei unseren alltäglichen Produkten ist sehr wahrscheinlich.
Vier konkrete Auswirkungen auf die Börse
Hier ist der Grund, warum die Finanzmärkte gerade eine so schlechte Phase durchmachen.
- Der CAC 40 stürzt ab: Die psychologische Unterstützung von 8.000 Punkten hat schließlich nachgegeben. Europa verfällt dem Pessimismus viel schneller als die USA.
- Die großen Indizes fallen: Der DAX, der Dow Jones und der Nasdaq berühren ihre Jahrestiefs. Das ist ein äußerst komplexer Spielplatz für Käufer.
- Die Vereinigten Staaten bleiben gelassen: Sie hatten Ölquellen in Texas geschlossen gehalten. Bei einem teuren Barrel werden die texanischen Produzenten diese einfach wieder öffnen. Sie werden ihre Energieunabhängigkeit in wenigen Wochen zurückgewinnen.
- Die sicheren Häfen wackeln: Ein äußerst seltenes Ereignis, aber Gold gibt um etwa 1 % nach. Sogar der Bitcoin hat die Euphorie der 74.000 Dollar vergessen und ist wieder schwer zurückgefallen.
Die Haltung des Traders angesichts der Panik
Diese extrem hohe Volatilität zu managen, erfordert echte Disziplin. Zu versuchen, den genauen Tiefpunkt zu erraten, ist eine sehr schlechte Idee. Eigentlich ist es so, als würde man sich einen besonders brutalen Actionfilm ansehen. Lassen Sie ruhig die anderen Akteure auf dem Bildschirm in Panik geraten. Genießen Sie lieber eine gute Zigarre oder ein Eis und bleiben Sie völlig unbeeindruckt. Je tiefer der Index fällt, desto massiver wird der algorithmische Rebound-Effekt sein.
Die Grenzen vorschneller Erwartungen
Man muss jedoch eine einfache Nuance im Hinterkopf behalten. Der Fortgang der Geschichte wird von möglichen künftigen Militärschlägen abhängen. Wenn die Spannung nachlässt, werden die Ölpreise langsam und geordnet sinken. Wenn hingegen ein großes Ölfeld zerstört wird, werden die Preise weiter explodieren. Vorerst ist abwarten unsere einzig kluge Antwort.
Zusammenfassung der Situation
Im Klartext: Legen Sie den Fokus auf Ihre mentale Disziplin und den Erhalt Ihres Kapitals. Lassen Sie einen sehr launischen Markt einfach laufen und warten Sie auf eindeutige Signale. Übrigens erinnere ich Sie daran, dass an der Wall Street nun die Sommerzeit gilt. Die amerikanischen Börsen schließen für uns daher um 21:00 Uhr statt um 22:00 Uhr. Bleiben Sie besonnen und sehr vorsichtig.
Benoist Rousseau
Trader • CME Member • Economic History Specialist
Über den Autor
Benoist Rousseau ist Trader, Mitglied des Chicago Mercantile Exchange (CME) und des Chicago Board of Trade (CBOT), an der Sorbonne ausgebildeter Spezialist für Wirtschaftsgeschichte und Pädagoge.
In der Serie GOOD MORNING TRADING teilt er mit über 30 Jahren Markterfahrung jeden Morgen seine unabhängige Analyse der Finanzwelt.
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